Hydranten warten – Prüfung, Wartung und Instandhaltung nach DIN 14462 und DIN EN 671-3
Effiziente Brandbekämpfung durch Löschwasseranlagen
Wandhydranten sichern die Brandbekämpfung im Gebäudeinneren. Ergänzt werden sie auf dem Grundstück durch Überflurhydranten und Unterflurhydranten. Regelmäßige Inspektion, Wartung und die eindeutige Dokumentation halten die Anlagen einsatzbereit und erfüllen Betreiberpflichten nach aktuellen Normen.
Löschwasseranlagen kurz erklärt
Wandhydrantenanlagen versorgen angeschlossene Schlauchsysteme im Gebäude mit Löschwasser.
Man unterscheidet drei Arten von Löschwasseranlagen:
Löschwasseranlage „nass“: Bei diesen Anlagen steht das Leitungssystem ständig unter Druck. Die Trennung von Lösch- und Trinkwasser erfolgt in der Regel über einen mittelbaren Anschluss an das Trinkwassernetz.
Löschwasseranlage „nass/ trocken“: Das Leitungssystem wird nur bei Bedarf durch eine Füll- und Entleerungsstation geflutet und nach Beendigung des Löschangriffs wieder entleert.
Löschwasseranlage „trocken“: Das Löschwasser wird im Brandfall durch die Feuerwehr über eine Löschwassereinspeisevorrichtung eingespeist.
Planung, Einbau, Betrieb und Instandhaltung sind in der DIN 14462 und DIN EN 671-3 beschrieben. Anforderungen an die angeschlossenen Komponenten regeln die Normenreihen DIN 14461 sowie DIN EN 671-1 und DIN EN 671-2.
Überflurhydranten sind oberirdische Armaturen am Trinkwassernetz. Sie dienen der Löschwasserentnahme für die Feuerwehr und müssen die Vorgaben der DIN EN 14384 erfüllen.
Unterflurhydranten sind im Boden versenkte Entnahmestellen, geschützt durch eine ovale gusseiserne Abdeckung. Die Löschwasserentnahme erfolgt über ein aufgesetztes Standrohr. Die Kennzeichnung durch ein Hinweisschild ist erforderlich. Als Vorgabe dient die DIN EN 14339.
Beide Hydrantenarten werden in DIN 14462 als Teil von Löschwasseranlagen auf Grundstücken behandelt, wenn sie nicht dem öffentlichen Versorgungsnetz zugeordnet sind.
Vorschriften und Normen für Wartung und Prüfung von Löschwasseranlagen
Die zentrale Norm in Deutschland ist DIN 14462:2023-07. Die DIN legt Anforderungen an Planung, Einbau, Inbetriebnahme, Betrieb und Instandhaltung von Wandhydrantenanlagen sowie von Über und Unterflurhydranten auf nicht öffentlichem Gelände fest.
Für Bauteile und Prüfung gelten ergänzend DIN EN 671-1, DIN EN 671-2, DIN EN 671-3 sowie DIN EN 14384 und DIN EN 14339. Bei Löschwasserbereitstellung über das Trinkwassernetz kommen die DVGW-Regelwerke, die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) sowie die DIN 1988 (Normenreihe für Technische Regeln für Trinkwasserinstallationen in Gebäuden) hinzu.
Wandhydranten
Warum die Wartung von Wandhydranten gesetzlich vorgeschrieben ist
Wandhydranten dienen der schnellen Brandbekämpfung innerhalb von Gebäuden. Sie stellen Löschwasser unmittelbar dort bereit, wo sich Personen aufhalten. Betreiber sind verpflichtet, die Funktionsfähigkeit regelmäßig sicherzustellen. Eine unterlassene Wartung durch qualifiziertes Fachpersonal kann im Schadensfall erhebliche haftungsrechtliche Folgen haben.
Arten von Wandhydranten
- Wandhydrant Typ F: Schlauchhaspel mit formstabilem Schlauch (DN 25) oder vollsynthetischem Flachschlauch DN42/ DN 52). Einsatz durch die Feuerwehr und geschultes Personal, z.B. Brandschutzhelfer. Ausgelegt für den professionellen Einsatz mit höherem Druck und größeren Wassermengen.
- Wandhydrant Typ S: Schlauchhaspel mit formstabilem Schlauch (DN 19). Einsatz durch Laien möglich, zur Erstbekämpfung von Entstehungsbränden. Geringer Durchfluss, für die Selbsthilfe ausreichend. Kann unmittelbar an das Trinkwassernetz angeschlossen werden
Was geschieht während der Wartung und was wird geprüft
- Dokumentencheck – Abgleich der Herstellerunterlagen (falls vorhanden) mit der installierten Anlage. Vollständikeitsprüfung
- Sichtprüfung der einzelnen Komponenten auf Beschädigungen. Kontrolle der Beschilderung und Zugänglichkeit.
- Funktionsprüfung der gesamten Anlage. Druckprüfung. Überprüfen der Funktionstüchtigkeit und Dichtheit der angeschlossenen Komponenten (Schläuche und Armaturen, Kupplungen, Strahlrohre, Dichtungen, Be- und Entlüfter)
- Durchführen von Messungen zur Bestimmung der Betriebsparameter (Ruhedruck, Fließdruck, Durchflussmenge)
- Zuleitungen und Absperrungen. Erreichbarkeit, Kennzeichnung, Betriebsstellungen.
- Erstellen von Prüfprotokoll und ggf. Mängelliste mit Vorschlägen zur Mängelbeseitigung
Über- und Unterflurhydranten
Warum die Wartung von Über- und Unterflurhydranten gesetzlich vorgeschrieben ist
Über- und Unterflurhydranten sichern die Löschwasserversorgung über den Außenbereich von Gebäuden, Industrieanlagen und öffentlichen Flächen. Sie ermöglichen der Feuerwehr eine schnelle Wasserentnahme aus dem Versorgungsnetz und sind damit ein wesentlicher Bestandteil des vorbeugenden Brandschutzes.
Betreiber und Eigentümer sind verpflichtet, die Funktionsfähigkeit regelmäßig sicherzustellen. Werden Hydranten nicht ordnungsgemäß gewartet, können im Einsatzfall erhebliche Gefahren sowie haftungsrechtliche Konsequenzen entstehen.
Arten von Hydranten
- Überflurhydrant nach DIN EN 14384: Einsatz durch die Feuerwehr. Hohe Drücke und große Durchflussmengen
- Unterflurhydrant nach DIN EN 14339: Einsatz durch die Feuerwehr. Hohe Drücke und große Durchflussmengen
Was geschieht während der Wartung und was wird geprüft
Dokumentencheck: Abgleich vorhandener Unterlagen und Lagepläne mit der installierten Hydrantenanlage. Kontrolle der Kennzeichnung und Nummerierung.
Sichtprüfung des Hydrantenkörpers auf Beschädigungen, Korrosion oder mechanische Einwirkungen. Kontrolle von Deckeln, Schachtabdeckungen und Beschilderung.
Funktionsprüfung der Armaturen. Öffnen und Schließen des Hydranten zur Überprüfung der Leichtgängigkeit und Dichtheit. Überprüfen der Entleerungsfunktion und Frostsicherheit.
Durchführen von Messungen zur Bestimmung der Betriebsparameter (Ruhedruck, Fließdruck, Durchflussmenge)
Kontrolle der Zugänglichkeit und Freihaltung im Außenbereich. Sicherstellen, dass keine Überbauung oder Behinderung vorliegt.
Erstellung eines Prüfprotokolls sowie ggf. einer Mängelliste mit konkreten Handlungsempfehlungen.
Wer ist für Installation und Überprüfung verantwortlich
Die Installation der Löschwasseranlagen muss durch eine Fachfirma gemäß den jeweiligen Herstellervorgaben durchgeführt werden. Hierbei sind die zuvor erwähnten geltenden Normen und gesetzlichen Regelwerke sowie die Landesbauordnung des jeweiligen Bundeslandes maßgeblich.
Prüfung, Wartung und Instandhaltung müssen durch den Eigentümer oder Betreiber veranlasst werden. Bei öffentlichen Hydranten liegt die Verantwortung beim Wasserversorger.
Inspektion und Wartung von Hydranten müssen durch Sachkundige nach DIN 14462
und DIN EN 671-3 durchgeführt werden.
Was passiert ohne fristgerechte Wartung
Erhöhte Ausfallwahrscheinlichkeit im Ereignisfall. Mögliche Nutzungsuntersagung durch Aufsichtsbehörden. Risiko von Regressforderungen oder Leistungskürzungen der Versicherung, wenn Betreiberpflichten verletzt wurden. Zusätzlich steigen die Kosten durch Folgeschäden und außerplanmäßige Reparaturen. Diese Risiken lassen sich durch klare Wartungszyklen und vollständige Nachweise reduzieren.
FAQ zu Wandhydranten, Überflurhydranten und Unterflurhydranten
Woran erkenne ich den Unterschied zwischen Typ F und Typ S bei Wandhydranten
Der Wandhydrant muss gemäß DIN durch ein Piktogramm am Wandhydrantenschschrank gekennzeichnet sein „Wandhydrant Typ F“ / „Wandhydrant Typ S“)
Welche Nachweise brauche ich nach der Wartung
Instandhaltungsnachweis mit Angabe von Prüfer, Prüftermin und nächstem Prüftermin. Prüfbericht mit Messwerten, Mängelprotokoll
Wie wirkt sich die Löschwasserbereitstellung über das Trinkwassernetz auf die Planung aus
Es gibt verschiedene Verfahren, Lösch- und Trinkwasser gemäß der rechtlichen Vorgaben zu trennen. Dies ist erforderlich, um die Trinkwasserhygiene sicherzustellen. Hierzu beraten wir Sie bei Bedarf gerne.
Welche Prüfintervalle gelten für Hydranten
Für Wandhydranten sowie Über- und Unterflurhydranten ist gemäß der gesetzlichen Vorgaben die jährliche Prüfung vorgeschrieben.
Gibt es zusätzliche Betreiberkontrollen
Ja. Regelmäßige Überprüfung des freien Zugangs, gut sichtbare Beschilderung. Unversehrtheit von Prüfsiegel oder Verplombung. Erkennbare äußere Beschädigungen.
Löschwasseranlage prüfen lassen
Wir sind deutschlandweit sowie im angrenzenden europäischen Ausland für Sie da.
Carsten Schwan
Geschäftsführer, Brandschutzbeauftragter,
Brandschutztechniker, Betriebswirt (HWK)
Karl Heinz Metzinger
Geschäftsführer, Installateur- und Heizungsbauermeister, Fachplaner für den vorbeugenden Brandschutz, Fachplaner für den gebäudetechnischen Brandschutz, Brandschutzbeauftragter, Brandschutztechniker